Prekäre Arbeitsverhältnisse im Fokus:: Gute Arbeit-Netzwerk präsentiert Beratungsbilanz und Strategien gegen Ausbeutung
Zum siebten Mal traf sich das Beratungsnetzwerk „Gute Arbeit“ von Arbeit und Leben zu seinem jährlichen bundesweiten Berater:innen-Treffen – in diesem Jahr in Bremen. Das Netzwerktreffen wurde von einer öffentlichen Fachtagung zum Thema „Prekäre Beschäftigung, prekäre Lebenslagen – gelungene Integration?“ begleitet. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und der Beratungspraxis diskutierten dabei aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze.
Im Mittelpunkt des anschließenden Klausurtags des Beratungsnetzwerkes stand der überregionale fachliche Austausch innerhalb des Netzwerks. Gemeinsam mit Partnern aus dem Zoll, der Arbeitnehmerkammer Bremen sowie der Rechtsanwaltskanzlei Sieling, Winter & Partner wurden Erfahrungen geteilt und Strategien zur Unterstützung von Beschäftigten in prekären Arbeitsverhältnissen weiterentwickelt. Begleitet wurde das Treffen durch die Bulgarische Botschaft sowie das Polnische Generalkonsulat in Hamburg.
Anlässlich des Netzwerktreffens wurde zudem die jährliche bundesweite Beratungsstatistik 2025 vorgestellt. Mit der Finanzierung aus neun Bundesländern konnten die Beratungsstellen des Netzwerks an 27 Standorten im vergangenen Jahr insgesamt 11.257 Personen beraten und unterstützen. Insbesondere bemerkenswert ist es, dass die Verdachtsfälle im Bereich Zwangsarbeit, Arbeitsausbeutung und Menschenhandel um 18,2 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind.
Dies verdeutlicht den weiterhin hohen Handlungsbedarf im Kampf gegen Ausbeutung und Zwang auf dem deutschen Arbeitsmarkt.