Finissage der Ausstellung "jelängerjelieber": Wer kommt rein, wer kommt weiter? Klassismus im Hochschulsystem
Ort: Arbeit und Leben Niedersachsen (Arndtstraße 20 · 30167 Hannover)
Zum Abschluss der Ausstellung „Jelängerjelieber – Arbeiten in der Wissenschaft“ richten wir den Blick auf eine Form sozialer Ungleichheit, über die im Hochschulbereich noch immer erstaunlich wenig gesprochen wird: Diskriminierung aufgrund der sozialen Klasse oder Herkunft (kurz: Klassismus).
Wer studiert, promoviert oder eine wissenschaftliche Karriere verfolgt, bringt sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Soziale Herkunft, finanzielle Sicherheit, familiäre Erfahrungen mit Hochschule und Zugang zu Netzwerken können entscheidend dafür sein, welche Wege offenstehen – und welche deutlich steiniger werden. In keinem Land Europas ist der Erfolg im Bildungssysterm so stark vom Elternhaus abhängig, wie in Deuschland. Dass Hochschulen formal allen offenstehen, bedeutet noch lange nicht, dass auch alle die gleichen Chancen haben. Und auch in der Wissenschaftskarriere haben es Bildungsaufsteiger:innen schwerer.
Unter der Frage „Was tun wir gegen Klassismus im Hochschulsystem?“ wollen wir gemeinsam diskutieren, wo soziale Herkunft in Studium und Wissenschaft eine Rolle spielt, welche strukturellen Barrieren bestehen und was Hochschulen, Gewerkschaften und Förderinstitutionen konkret verändern können.
Zum Einstieg machen kurze biografische Perspektiven sichtbar, wie unterschiedlich Wege durch Hochschule und Wissenschaft verlaufen können. Anschließend diskutieren Vertreter:innen aus Wissenschaft, Gewerkschaften und Initiativen über Handlungsmöglichkeiten für mehr soziale Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit. Die Veranstaltung bildet zugleich die Finissage der Ausstellung „Jelängerjelieber“, die sich mit Bildungswegen, beruflichen Brüchen, prekären Beschäftigungsverhältnissen und den persönlichen Folgen unsicherer wissenschaftlicher Karrierewege beschäftigt.